Gemeinsam sein

Im Rahmen des Modellprojektes „Gemeinsam sein“ gem. § 8 Abs. 3 SGB XI hat die Europäische Senioren-Akademie zwei ambulant betreute Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz im Kreis Borken gemeinsam mit der Fachhochschule Münster konzeptionell entwickelt und die Umsetzung begleitet.

Besonderes Merkmal der ambulant betreuten Wohngemeinschaften im Modellprojekt „Gemeinsam sein“ ist eine neu aufgeteilte Verantwortung zwischen professionell Pflegenden, Angehörigen und bürgerschaftlich Engagierten (Laienpfleger).

In herkömmlichen ambulanten, teilstationären und stationären Pflegearrangements ist die Verantwortung einseitig zwischen Pflegefachkräften einerseits und Angehörigen andererseits aufgeteilt. Während in der häuslichen Pflege die Verantwortung bei den Angehörigen verbleibt, geht sie bei einem Umzug in eine stationäre Einrichtung meist vollständig auf den jeweiligen Träger über. In Wohngemeinschaften bietet sich die Chance zu einer alternativen Aufteilung der Verantwortung zwischen professionell Pflegenden, Angehörigen und bürgerschaftlich Engagierten und somit zu einem neuen Sorge-Mix in der Pflege und Begleitung von Menschen mit Demenz.

Vor diesem Hintergrund ist der Projektname „Gemeinsam sein“ entstanden. „Gemeinsam sein“ bedeutet, sich gemeinsam auf den Weg zu machen und gemeinsam Verantwortung für eine alternative Form der Versorgung für Menschen mit Demenz zu übernehmen. Da die Pflege als gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu verstehen ist, setzen sich nicht nur einzelne Personengruppen, wie etwa professionell Pflegende oder Angehörige mit der Pflege von Menschen mit Demenz auseinander: zu der Gruppe, die sich gemeinsam auf den Weg macht, gehören gleichermaßen professionell Pflegende, Angehörige, Betreuer, Wohnungsgeber und ehrenamtlich Engagierte.

Im Rahmen des Modellprojekts wurde ein Konzept entwickelt, das sich in ein theoretisches Grundlagenkonzept mit darauf aufbauenden Teilkonzepten (Finanzierungskonzept, Pflege- und Gemeinschaftskonzept, Raum- und Milieukonzept), den rechtlichen Rahmenbedingungen und dem Qualitätskonzept gliedert. Die entwickelten Konzepte stehen im Ordner Konzepte zusammenfassend zur Verfügung.

Das theoretische Grundlagenkonzept bildet mit der Definition von Konzept- und Projektzielen den konzeptionellen Rahmen. Abgleitet aus der Theorie werden für die Begleitung von Menschen mit Demenz handlungsleitende Kategorien und sich daraus deduzierende Determinanten gebildet.

Die weitere konzeptionelle Differenzierung der Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz führt zu den (Teil-)konzepten. Hierbei gehen die Determinanten konstitutiv in den Teilkonzepten auf und wirken handlungsleitend für die gesamten Interventionen.

Die Erfahrungen mit der konzeptionellen Entwicklung und Umsetzung, mit den Teilkonzepten, der Evaluation und Begleitung sind in den vorliegenden Handlungsleitfaden eingeflossen. Dieser spiegelt unsere exemplarischen Erfahrungen wider und soll als Hilfe bei der eigenen Umsetzung einer ambulanten Wohngemeinschaft verstanden und genutzt werden.